SCHLOSS SCHÖNHAUSEN  

Das Schloss Schönhausen mit seinem, vom Fluss Panke durchkreuzten, Park gibt einen Einblick in die bedeutenden Jahre deutscher Geschichte von 1664 bis in die DDR.

 

Eine Reise durch die Etappen deutscher Geschichte

 

Als Gräfin Sophie Theodore zu Dohna-Schlobitten 1662 die Ländereien Niederschönhausen und Pankow erwarb, ließ sie 1664 auf dem Rittergut Niederschönhausen ein Herrenhaus und eine Meierei erbauen.

 

In den Jahren um 1680 ließ der damalige Besitzer Oberhofmarschall und Großkanzler Joachim Ernst von Grumbkow das Herrenhaus grundlegend erneuern, indem er das Schloss zu einer dreiflügeligen Anlage mit zwei Obergeschossen erweiterte.

 

Im Jahr 1691 fiel das Schloss in die Hände von Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg, der das Anwesen für 16.000 Taler von der Witwe des 1690 verstorbenen Grumbkows kaufte. Im August 1700 sollen hier einflussreiche Gespräche zur Krönung Friedrich III. zum preußischen König (Friedrich I.) stattgefunden haben. Nach den Umbauten durch Johann Arnold Nering, wurde das Schloss um einen eingeschossigen Flügel im Norden und Süden von Eosander von Göthe erweitert und als Gästezimmer genutzt. Auch der Garten wurde vergrößert und prächtig ausgestattet.

 

Nach dem Tod des Königs im Jahr 1713 kümmerte sich sein Sohn und späterer König Friedrich Wilhelm I. kaum noch um das Schloss, sodass es in den folgenden Jahren immer mehr verwahrloste.

 

Die Wiedergeburt des Schlosses


In den folgenden Jahren besuchte Elisabeth Christine, die Gattin des Kronprinzen, Schönhausen erstmals und verliebte sich in seine schöne Lage an der Panke. Nach der Thronbesteigung ihres Gatten König Friedrich II. im Jahr 1740 schenkte dieser ihr Schönhausen als Sommerschloss. Von 1740 bis 1797 verbrachte sie jedes Jahr die Sommermonate in Schönhausen und investierte all ihr Gelt in die Ausgestaltung des Schlossparks in einen Rokoko-Lustgarten.

In der Zeit des Siebenjährigen Krieges verwüsteten die bis nach Berlin vorgedrungenen russische Truppen das Schloss völlig. Daraufhin gewährte der König seiner Gemahlin 1764 die Mittel, das Schloss zu seiner heutigen Gestalt umzubauen. Die beiden Seitenflügel wurden von dem Architekten Johann Boumann auf die Höhe des Hauptbaus gebracht und der Hof mit einem großzügigen Treppenhaus überbaut. Nach dem Tod der Königin fielen Schloss und Garten in einen langen Dornröschenschlaf.

 

In späteren Jahren verbrachte Friederike von Mecklenburg-Strelitz, die Schwester der preußischen Königin Luise, noch einige Sommer in Schönhausen und ließ den Park 1828/1829 durch Peter Joseph Lenné in einen englischen Park umgestalten. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verfielen Schloss und Park jedoch zunehmend.

Wieder im Fokus der Geschichte:

 

Während es im Nationalsozialismus als eines von zwei Berliner Depots für so genannte "Entartete Kunst" genutzt wurde, wurde es erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder vollständig genutzt. Zwischen 1949 und 1960 war Schloss Schönhausen Sitz des Staatsoberhauptes der DDR und ab 1964 wurde es als Staatsgästehaus genutzt. Nach 1990 spielte das Schloss noch einmal eine bedeutende historische Rolle als Verhandlungsort der „Zwei-plus-Vier-Gespräche“ zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten.

 

Heute zu besichtigen…

 

Im Erdgeschoss vermitteln heute Original ausgestattete Räume authentisch, wie die Königin im Schloss lebte. Das 1. Obergeschoss zeigt wie der DDR-Präsident Wilhelm Pieck arbeitete und wo die Staatsgäste nächtigten. Ganz oben im Dachgeschoss werden die Umbaumaßnahmen und die, zur Wiederherstellung angewanden Techniken präsentiert.

‎20. ‎August ‎2011

Bereits 1704 verbanden ein schiffbarer Graben und die Panke Schloss Schönhausen mit dem Schloss Charlottenburg auf dem Wasserweg.

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