ATB - Kiting

Bisher nur an Stränden zu sehen, erblickt man sie jetzt auch ab und zu auf Wiesen, Feldwegen oder asphaltierten Plätzen : Seltsame Vehikel, die von grossen Lenkdrachen (Kite) angetriebenen werden. Die Rede ist von Mountainboards und Buggys.

 

Lenkdrachen für den Antrieb von allerlei Gefährten zu Wasser und auf dem Land wurden in den achtziger Jahren in Frankreich entwickelt. Auf Hawaii wurde dann die Technik verbessert, sich von den Drachen mit kurzen Boards übers Wasser ziehen zu lassen, das Kite-Surfen war geboren. In Amerika entwickelten einige Freaks das Mountainboard, um auch im Sommer dem Hobby Snowboarden nachzugehen. Mit 2 oder 4 grossen Rädern kann man damit Abhänge und Waldwege in halsbrecherischem Tempo herabfahren. Was lag näher als sich auf dem Mountainboard auch von einem grossen Lenkdrachen ziehen zu lassen ?


Heraus kam das ATB-Kiting, das sich vom Wort "All Terrain Board" ableitet, eine andere Bezeichnung für das Mountainboard.

Die Anfänge:


Als Anfänger lernt man zuerst den Drachen zu beherrschen. Erst wenn das perfekt klappt kommt dann das Mountainboard hinzu. Diese Schritte sollten auf jeden Fall unter Anleitung erfahrener Kiter durchgeführt werden, denn die erreichten Geschwindigkeiten und die Kräfte der Drachen sind enorm : Über 50 km/h sind keine Seltenheit. Mit einem dreirädrigen Buggy wurden sogar schon über 100 km/h gemessen, angetrieben nur durch einen Lenkdrachen.

Meistens treffen sich mehrere Gleichgesinnte, denn der Erfahrungsaustausch und die gegenseitige Hilfe ist wichtig wie bei jeder Sportart. Der Anfänger sollte sich auf jeden Fall vorher bei geübten Kitern informieren, denn Kurse oder Bücher gibt es zu dieser neuen Sportart noch nicht.

 

Ausrüstung:


Eine Schutzkleidung ist unbedingt erforderlich. Ein Helm, Handschuhe und kräftiges Schuhwerk, das die Knöchel stützt, sind Pflicht. Empfehlenswert sind Knie- und Ellenbogenschoner, wie wir sie vom Inline Skaten kennen (und dort auch hoffentlich immer tragen).

Kite-Landboarding-Technik:

- basic movements -

 

Mit den folgenden Abbildungen erhaltet ihr einen Einblick in die Grundbewegungen beim Kite-Lanboarding.

 

Die linke Abbildung zeigt wie man eine Richtungsänderung vornimmt.

... Die rechte Abbildung verdeutlicht wie man leicht gegen den Wind steuern kann. 

...

Kite-Orte:


ATB-Kiting kann auf kurz gemähten Wiesen, Schotterplätzen, asphaltierten Plätzen und Feldwegen ausgeübt werden. Ideal für das ATB-Kiten sind natürlich große Strände mit hartem Sand. Wichtig sind gleichmässiger Wind ohne zu große Beeinflussung durch Gebäude und großer Abstand zu jeder Form von Hochspannungsleitung.

 

Die Suche nach einem geeigeneten Gelände ist nicht so einfach, deshalb hab ich hier mal ein paar geeignete Flächen in der Umgebung ausfindig gemacht:

Auf dem Flughafengelände Tempelhof

Technisches:


  • Die verwendeten Drachen haben eine Größe von 3 bis 20 qm, und werden meistens mit 4 Leinen gesteuert (2_Power- und 2 Bremsleinen)
    >>> Für optimale Kontrolle & Sicherheit dienen sog. Kite-Killer >>>

  • Die größeren Drachen entwickeln nicht nur Vortrieb, sondern auch einen nicht unerheblichen Auftrieb, neudeutsch "Lift". So sind mit dem Mountainboard Sprünge bis zu einer Höhe von 5 -10 Metern möglich. Die Kollegen auf dem Wasser (Kite-Surfer) springen sogar bis zu 50 m hoch, dort ist allerdings die Landung dann auch weicher.

 

  • Die Leinen sind über eine Bar (Querstange) mit einem Trapez  oder an sogenannten Handels miteinander verbunden. Mit der Bar kann man den Drachen einhändig lenken und auch abbremsen oder beschleunigen. Ein Sicherheitssystem erlaubt im Notfall das Abwerfen der Bar mit Leinen und Drachen. Die Handels sind, welche meist auch beim Fahren mit Buggy's verwendet wird. Mit Handels kann man den Schirm individueller steuern, da man jede der 4 Leinen getrennt ziehen kann. Beim Kitesurfen hat sich die Bar durchgesetzt. Beim Mountainboard ist beides möglich.

 

  • Die Mountainboards haben eine Länge von 90 - 110 cm und 4 Räder mit grobem Profil und 20-25 cm Durchmesser. Gelenkt werden sie durch Gewichtsverlagerung wie ein Skateboard. Im Gelände und bei Sprüngen werden sie stark beansprucht, eine robuste Technik ist deshalb Voraussetzung.

Kiten zusammen mit meinem Hund.

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