Nützliches Zubehör

was man unbedingt benötigt...

Neben Stativ, Sonnenblende und Reflektoren, für Portrait-Aufnahmen sind das wichtigste Zubehör die Filter! Auf der folgenden Seite sind die gebräuchlisten Filter und deren Vorzüge beschrieben und mit passenden Fotos untermalt.

 

Die Filter  (Allgemein)


Bei Filtern handelt es sich meistens um planparallele Glas- oder Kunststoffscheiben. Diese sind entweder eingefärbt oder aber deren Oberfläche besitzt eine bestimmte Struktur. Ebenfalls möglich ist, daß eine Filterfolie zwischen zwei planparallelen Glasplatten eingebettet ist. Glasfilter sind heutzutage in unterschiedlichen Qualitätsstufen vergütet, während sich diese qualitätssteigernde Maßnahme bei Kunststoffiltern aus herstellungstechnischen Gründen noch nicht durchgesetzt hat, weshalb man von diesen eigentlich nur abraten kann.

 

Der UV-Filter

Ein UV-Filter hat die Funktion, durch ultraviolettes Licht verursachte Störungen (Unschärfe bei SW Fotos, Blaustich bei Farbfotos) zu korrigieren. Dieser dämpft/absorbiert die einfallende UV Strahlung.

Um eine stärkere UV Absorption zu erreichen, sollte man Skylight Filter verwenden. Diese filtern das UV Licht noch wesentlich effektiver.

TIPP 1: Ich empfehle, einen Skylight- oder UV-Filter als ständigen Schutz für dein Objektiv einzusetzen. Du kannst deine Fotos auch mit aufgesetztem Filter wie gewohnt machen und brauchst den Filter nur abzunehmen, wenn du für einen besonderen Effekt einen anderen Filter aufsetzen möchtest. 

 

Der Grau-Filter

Quelle: (Bild 1)
Quelle: (Bild 1)

Graufilter reduzieren den Licht- und UV-Strahleneinfall. Besonders zu empfehlen ist der Filter bei so starkem Aufnahmelicht, dass die Aufnahme nur mit einer sehr kurzen Verschlusszeit und einer kleinen Blende gelingt. Mit dem Einsatz des Graufilters lässt sich die Verschlusszeit verlängert bzw. die Blende vergrößern, wodurch sich bewegende Objekte besser abbilden lassen. Ist die Empfindlichkeit des eingelegten Filmes zu hoch, so ist der Graufilter eine gute Wahl.

Quelle: (Bild 2)
Quelle: (Bild 2)

Angeboten werden neutrale Graufilter in drei verschienen Dichten:

 

  • x2 entspricht einem Lichtverlust von einer Blende

 

  • x4 entspricht einem Lichtverlust von zwei Blenden

 

  • x8 entspricht einem Lichtverlust von drei Blenden

TIPP 2: Wie deine Kamera selbst, sind auch deine Objektive Präzisionsinstrumente. Schütze sie mit einer passenden Objektivtasche gegen Erschütterungen, Stöße und Staub. Zusätzlich solltest du die Objektive möglichst an einem kühlen und trockenen Ort aufbewahren.

 

Der Polfilter

 

Der Polfilter ist der am meisten verwendete Filter in der Fotografie. Er besitzt die Eigenschaften Farben besser wiedergeben zu können, er verbessert Kontraste und gibt dem Himmel eine blauere Farbe. Eine andere sehr wichtige Eigenschaft des Polfilters, er beseitigt oder vermindert zumindest Spiegelungen auf Glasoberflächen, auf der Wasseroberfläche oder anderen Oberflächen. Nur leider nicht die Spiegelungen auf Metall. Die Bildwirkung ist sehr gut im Sucher zu betrachten.


Der zirkulare Polfilter ist speziell für SLR-Kameras mit Autofokus gedacht. Um die besten Ergebnisse in der Reflexreduzierung zu erhalten, sollte der Aufnahmewinkel nicht mehr als 45° zum Motiv betragen. Durch das Drehen des Filters in der Halterung kann man die Position selber bestimmen, wodurch man die Wirkung des Filters festlegen kann. Bei Objektiven, bei denen sich die Frontlinse bei der Fokussierung dreht, sollte der Filter erst danach vor das Objektiv gesetzt und auf manuell umgeschaltet werden.

 

Am Seitenende zum weiterlesen: "Die Technik des Polfilters"

 

Der Infrarot Filter 

 

720nm IR-Filter
720nm IR-Filter

Um Infrarot-Fotos zu erhalten, benötigt man einen geeigneten Filter, welcher das sichtbare Licht sperrt und für die infraroten Wellenlängen durchlässig ist. Hierzu werden im Fachhandel verschiedene Filter verschiedener Wellenlänge angeboten. Möchte man eine Infrarotaufnahme mit einem Restanteil an sichtbarem Licht, so empfiehlt sich ein Filter mit niedriger Wellenlänge. Gleiches gilt für Kameras mit geringer Infrarot-Empfindlichkeit. Auch hier sollte man es mit einem Filter niedrigerer Wellenlänge versuchen.

 

830nm IR - Filter
830nm IR - Filter

Für Farb-Infrarotaufnahmen wird man sicher in jedem Fall einen schwächeren Filter mit niedrigerer Wellenlänge verwenden, um Farbanteile zu erhalten. Je größer die Wellenlänge des Filters umso "dunkler" ist dieser und umso weniger sichtbares Licht wird durchgelassen.

Empfehlenswerte Filter sind z.B. Hoya R72 (720nm) - durchlässig für einen Rest sichtbaren Lichts - oder ein Heliopan RG 830 (830nm) der sehr dunkel ist und nur mit gut IR-geeigneten Kameras brauchbare Ergebnisse liefert.

TIPP 3: Saftig grüne Blätter reflektieren mehr IR als vertrocknete im Herbst und auch die Unterseite der Blätter reflektiert durch die Wasserdampfabgabe mehr IR als die Oberseite.

Am Seitenende zum Weiterlesen: "Der Wood - Effekt"

HINWEIS zur IR-Fotografie:

 

Weißabgleich (manuell): 

"Zur Beseitigung des roten Farbstichs"


  • mit aufgesetztem Filter:

- gegen eine gleichmäßig helle grüne Fläche

  (zum Beispiel eine Wiese bei Sonnenschein)

- gegen blauen wolkenlosen Himmel

 

  • ohne aufgesetzten Filter:

- ein rotes Monitorbild od. eine rote Karte

 

 

Belichtungszeiten:


  • Da man oft Belichtungszeiten von einigen Sekunden hat, ist ein Stativ sehr zu empfehlen. Weil sonst Unschärfen durch Verwackeln auftreten können.

TIPP 4: Während der Effekt der hellen Blätter an einem Sommer-Sonnen-Tag am besten abends zu beobachten ist (auch weil sich die Blätter den Tag über aufgeheizt haben), bekommt man den dramatisch dunklen Himmel am ehesten gegen Mittag hin und dann auch am besten, wenn man mit der Sonne fotografiert.

Zusatz - TIPP 5: Durch die Kombination aus IR-Foto und einem normalen Foto entsteht ein sehr märchenhaftes Bild voller Mystik.

 

1. das selbe Motiv einmal mit IR-Filter und einmal ohne fotografieren

 

2. beide Motive in Photoshop übereinanderlegen und mischen

 

Fertig ist das colorierte IR-Foto!

 

Die Technik des Polfilters: (leicht erklärt) 

 

 

Zu Bild 1: Das, was man gemeinhin Licht nennt, ist physikalisch gesehen ein wildes Durcheinander elektromagnetischer Wellen verschiedener Wellenlängen und verschiedener Schwingungsebenen. Ein Polfilter kann man sich als Gitter vorstellen, das aus parallel angeordneten Stäben besteht. Betrachtet man eine einzige Welle des Lichts mit einer bestimmten Ausrichtung, so kann die Welle das Filter völlig ungestört passieren, wenn die Stäbe des Gitters so angeordnet sind, daß die Welle an ihnen entlang problemlos auf und ab schwingen kann, wie in Bild 1 dargestellt. Man kann sich den Platzbedarf (blaßrot dargestellt) einer solchen Welle als dünnen Papierstreifen vorstellen. Die Welle ist sehr dünn, braucht aber zum Schwingen nach oben und unten relativ viel Platz. Längs kann man einen Papierstreifen problemlos durch ein Gitter stecken, und genauso kann eine Welle das Gitter problemlos passieren.

Zu Bild 2: Sind die Gitterstäbe quer angeordnet, können die Wellenbäuche und -täler der Lichtwelle das Gitter nicht passieren, wie in Bild 2 dargestellt. Vergleichbar ist dies mit einem Papierstreifen, der nicht durch ein querliegendes Gitter paßt. Ist das Gitter in einem anderen Winkel angeordnet, so wird die Welle mehr (fast quer angeordnet) oder weniger (fast sekrecht angeordnet) abgeschwächt.

 

Zu Bild 3: Bei der Reflexion auf glatten nichtmetallischen Oberflächen wird Licht bei einem bestimmten Winkel (Brewster-Winkel) vollständig polarisiert und in einem großen Bereich um diesen Winkel wenigstens teilweise. Dies liegt daran, daß Lichtwellen nur dann reflektiert werden können, wenn ihre Schwingungsebene sozusagen quer auf die Oberfläche auftifft (rote Welle). Senkrecht auftreffende Wellen (blaue Welle) können nicht reflektiert werden. Wenn man den Polfilter so dreht, daß er dieses Licht nicht durchläßt, erscheinen die Reflexe nicht im Bild. Man kann deshalb durch eine (ohne Polfilter) spiegelnde Glasscheibe durchsehen. Gleiches trifft auf eine spiegelnde Wasserobefläche zu, und auch das Glitzern des Wassers bei leichten Wellen kann man deutlich reduzieren. Bei metallischen Oberflächen funktioniert dies hingegen nicht. Warum das so ist, läßt sich leider nicht mit einfachen Worten erklären, ...

 

In kurzen Worten: Ursache für dieses Verhalten sind die quasifreien Elektronen im Metallgitter, die unabhängig von der Schwingungsrichtung der Welle deren Energie absorbieren und wieder als neue Welle (das ist das reflektierte Licht) abstrahlen können, während die gebundenen Elektronen nichtmetallischer Materialien nicht alle Schwingungsrichtungen absorbieren und damit auch nicht emittieren können, so daß bestimmte Schwingungsrichtungen im reflektierten Licht fehlen. 

 

Der WOOD - Effekt: (leicht erklärt) 

 

Ein Effekt der die Infrarot-Fotografie so reizvoll macht und immer andere Eindrücke hinterlässt.


Das helle Blattgrün und auch der dunkle Himmel sind ganz typisch für Aufnahmen im infraroten Bereich. Denn die Farben der grünen Blätter oder die des blauen Himmels, die das menschliche Auge sieht, gibt es im infraroten Bereich nicht.  


Doch warum leuchten die Blätter und die Wiesen so hell auf?


1919 beschrieb der amerikanische Physiker Robert Williams Wood ein Phänomen. Das Blattgrün, also das Chlorophyll, ist für infrarote Wellenlängen transparent, d.h. sie gehen durch und werden nicht reflektiert. Aber in Blättern befindet sich auch noch jede Menge Wasser bei dem die Infrarot-Strahlung, an der Oberfläche der Wassermoleküle, komplett reflektiert wird. Genauer gesagt reflektiert der Wasserdampf die IR-Strahlung, der durch das sog. Schwammparenchym im Blatt erzeugt wird. (Wasser reflektiert Strahlung normalerweise nur im sichtbaren Bereich und absorbiert die Infrarot-Strahlung, Wasserdampf hingegen relektiert IR-Strahlung)

 

Doch außerdem spielt noch ein anderer Vorgang bei diesem Effekt eine Rolle. Das einfallende Sonnenlicht am Tage besteht zu einem großen Teil aus energiereicher UV-Strahlung. Damit die Pflanzen etwas mit der UV anfangen können, müssen sie dieses Sonnenlicht umwandeln. Auf atomarer Ebene hat dies etwas mit dem Abfallen von Elektronen auf ein anderes Energieniveau zu tun, ohne allzu weit ins Detail zu gehen. Und bei diesem Vorgang wird Wärmestrahlung abgegeben. Für Pflanzen ist dieser Effekt überlebenswichtig, da eine zu hohe Aufnahme der Infrarotstrahlung der Sonne sonst zum Verbrennen der Blätter führen würde.

 

Die eben genannten Eigenschaften führen also dazu, dass an diesen Stellen durch einen IR-Filter eine starke Helligkeit registriert wird.

Quelle:

Bild 1, 2:http://www.great-landscape-photography.com/neutral-density-filter.html

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